Wie bereite ich eine Altbauwohnung für den Erstanstrich vor?

Wie bereite ich eine Altbauwohnung für den Erstanstrich vor?

Die Vorbereitung einer Altbauwohnung auf den Erstanstrich ist eine Aufgabe, die weit über das bloße Auspacken der Farbroller hinausgeht, denn alte Wände sind selten glatt und saugfähig wie Neubauputz. Bevor Sie auch nur an Farbe denken, sollten Sie sämtliche Oberflächen gründlich auf losen Putz, feine Risse und vor allem auf Feuchtigkeits- oder Salzausblühungen untersuchen, da diese den frischen Anstrich später unweigerlich zerstören.  Details ansehen  und Decken systematisch mit dem Fingerknöchel ab: Ein hohler, klingender Ton verrät Stellen, an denen sich der Putz vom Mauerwerk gelöst hat. Diese Bereiche müssen Sie großzügig auskratzen, bis Sie auf festen Untergrund stoßen, und anschließend mit einem geeigneten, tiefenwirksamen Sanierputz wieder aufziehen. Bei glatten, aber kreidenden Flächen hilft es, den staubigen Belag mit einer harten Bürste oder einem Schwingschleifer mit grober Körnung zu entfernen, bevor Sie ein universelles Haftgrundierungsmittel auftragen, das die Saugfähigkeit reguliert. Vergessen Sie dabei nicht, alle alten Nägel, Dübel und lose Tapetenreste zu entfernen, denn selbst kleine Rückstände führen später zu unschönen Unebenheiten im Farbauftrag, und verputzen Sie eventuelle Fugen zu Fenstern und Türen mit elastischem Acryl.



Nachdem die grundlegende Substanz gesichert ist, kommt der Feinschliff, der über die spätere Optik entscheidet, denn gerade beim Heimwerken und Renovieren zeigt sich, dass die Sorgfalt im Detail den Unterschied zwischen einem professionellen und einem provisorischen Ergebnis ausmacht. Spachteln Sie nun alle Risse, Löcher und Übergänge mit einem hochwertigen, faserverstärkten Spachtelmasse, wobei Sie bei tiefen Schäden in mehreren dünnen Schichten arbeiten sollten, damit das Material nicht schrumpft oder reißt. Nach dem Trocknen schleifen Sie jede gespachtelte Stelle mit einem Schleifklotz oder einer Schwingschleifmaschine in absteigender Körnung (erst grob, dann fein) glatt, wobei Sie darauf achten, dass keine Schleifspuren sichtbar bleiben, die später unter der Farbe wie Schatten wirken. Stauben Sie danach alle Flächen gründlich ab – am besten mit einem feuchten, fusselfreien Tuch oder einem Staubsauger mit weicher Bürste – denn Staub ist der größte Feind jeder haftenden Grundierung. Prüfen Sie zudem, ob sich an der Decke oder den oberen Wandkanten alte, wasserlösliche Kalk- oder Leimfarben befinden, die sich beim Überstreichen sonst anlösen; solche Schichten müssen Sie entweder abwaschen oder mit einer sperrenden Grundierung isolieren. Erst wenn die gesamte Fläche trocken, staubfrei und gleichmäßig saugfähig ist, können Sie mit dem Auftragen einer geeigneten Grundierung beginnen, die die Haftung der Endfarbe verbessert und ein gleichmäßiges Abtrocknen ohne Flecken gewährleistet.

Der letzte Schritt vor dem eigentlichen Anstrich betrifft den Schutz der Umgebung sowie die Vorbereitung der Arbeitsmaterialien, denn wer hier nachlässig ist, verbringt mehr Zeit mit der Reinigung als mit dem Streichen. Decken Sie Böden mit Malervlies oder alten Laken ab, kleben Sie Fußleisten, Türzargen und Fensterrahmen mit crepeartigem Abdeckband sorgfältig ab, und schützen Sie Steckdosen und Schalter mit Abdeckfolie, da Farbe von diesen schwer zu entfernen ist. Rühren Sie die Grundierung und später auch die Wandfarbe ausgiebig um, am besten mit einem Rührquirl an der Bohrmaschine, um Klumpen und Pigmentablagerungen zu vermeiden, und gießen Sie die Farbe in eine große Farbwanne, damit Sie Rührwerk und Eimer nicht unnötig verschmutzen. Testen Sie die Konsistenz der Farbe an einer unauffälligen Stelle, etwa hinter einer Tür, um sicherzustellen, dass sie weder zu dick noch zu dünn läuft, und passen Sie sie gegebenenfalls mit wenigen Tropfen Wasser an. Denken Sie daran, dass beim Heimwerken und Renovieren die Pausenplanung wichtig ist: Streichen Sie idealerweise bei Tageslicht, halten Sie Fenster geschlossen, um Fliegen fernzuhalten, und planen Sie genügend Zeit für die Trocknungsintervalle zwischen den Anstrichen ein, denn nur eine vollständig ausgehärtete Grundierung erlaubt es der Farbschicht, sich gleichmäßig zu legen. Wenn Sie diese Vorbereitungen gewissenhaft durchgeführt haben, steht einem dauerhaften, gleichmäßigen Erstanstrich nichts mehr im Wege, und Sie können sich beim Heimwerken und Renovieren über ein Ergebnis freuen, das auch nach Jahren noch makellos aussieht.